Welche Klingenformen gibt es?
Je nach Anwendungsbereich sollte man, neben dem verwendeten Material der Klinge, auf die Klingenform achten. So gibt es für jeden Anwendungsbereich eine spezielle Klingenform.
Im folgenden haben ich einige der am häufigsten auftretenden Klingenarten in einer Übersicht zusammengefasst und jeweils kurz beschrieben.
Klingenübersicht
Normalform der Klinge
Der Klingenrücken und die Schneide sind bei der Normalform gerade und der Bauch ist rund.
Drop Point Klinge
Die besonders bei Jägern beliebte Drop-Point-Klinge zeichnet sich durch den leicht konvex geformten Klingenrücken aus. Dies hat ein gutes Handling der Messerspitze zur Folge. Gegenüber der Clip-Point-Klinge ist die Spitze nicht ganz so scharf, dafür jedoch etwas massiver und dadurch robuster. Weiter bietet die Drop-Point-Klinge durch den ausgeprägten Bauch sehr gute Schnittergebnisse.
Spear Point Klinge
Die Spear-Point-Klinge ist ein Spezialfall der Drop-Point-Klinge. Die Besonderheit der Spear-Point-Klinge ist, dass die sogenannte falsche Schneide, die hier komplett stumpf ist, bis auf die Hälfte der Klinge runtergezogen ist und somit der Bauch der Schneide deutlich kleiner ausfällt, als bei der Drop-Point-Klinge.
Clip Point Klinge (Hechtklinge für Bowiemesser)
Die Clip-Point-Klinge hat einen geraden oder leicht konkaven Klingenrücken. Die falsche Schneide, die angeschliffen ist, verläuft leicht abfallend zur Spitze der Klinge. Durch die nach unten gesetzte Spitze, ist das Messer sehr gut zu kontrolieren und auch der Bauch bietet gute Schnittleistungen. Bowiemeser haben in den meisten Fällen eine Clip-Point-Klinge. Die Clip-Point-Klinge ist eine gute Wahl für ein Outdoormesser.

Dolchklinge
Die Dolch-Klinge zeichnet sich durch einen symetrischen Aufbau aus, bei der die Spitze genau in der Klingenmitte liegt. Beide Seiten der Klinge sind gleich geschliffen. Weiter weisst die Dolch-Klinge keinen oder sehr wenig Bauch auf. Sie ist dafür konzipiert, mit der Spitze vorran in weiches Material einzudringen. Als Schneidewerkzeug ist die Dolch-Klinge primär nicht geeignet. Die Dolch-Klinge findet besonders im Bereich der Kampfmesser Anwendung.
Utility Klinge (Tactical Blades)
Die Utility-Klinge ist eine entschärfte Version der Dolch-Klinge. Der Aufbau ist dem der Dolch-Klinge in sofern gleich, als das die Klinge ebenfalls symetrisch aufgebaut ist und die Spitze demnach auch in der Mitte der Klinge liegt.
Der Unterschied liegt nun darin, dass die Klinge nur im vorderen Bereich beidseitig und sonst nur an der unteren Schneide geschliffen ist. Da man so im hinteren Bereich der Klinge Druck ausüben kann, ist die Utility-Klinge neben der Verwendung als Stichwerkzeug auch als Schneidwerkzeug zu verwenden. Der Anwendungsbereich dieser Klingenform ist der der Abfangwaffen, wie beispielsweise bei Hirschfänger. Ferner wird sie auch im Bereich Kampfmesser eingestzt.
Skinner Klinge (Swept Point Klinge)
Die Swept-Point-Klinge, oder auch Skinner-Klinge genannt, ist die ideale Messerform zum häuten von Wild. Die Klinge ist stark konvex geformt, um so den Bauch möglichst groß werden zu lassen. Da die Klingenspitze oberhalb der Klingenmitte liegt, ist diese Klingenform zum Stechen ungeeignet.
Tanto Klinge
Die Tanto-Klinge hat in der japanischen Version einen absolut geraden Klingenrücken und einen leicht geschwungenen Bauch. Die äußerst robuste Spitze liegt auf der Höhe des Klingenrücken, wodurch die Tanto-Klinge zum exakten Schneiden eher ungeeignet und den Stichwaffen zuzuordnen ist. Als All-Round-Messer sollte man daher nicht gerade zu einem Messer mit Tanto-Klinge greifen. Wenn man jedoch ein Messer mit äußerst stabiler Spitze sucht, gibt es nichts besseres als ein Tanto-Messer.
American Tanto Klinge
Die amerikanische Tanto-Klinge ist ähnlich der japanischen aufgebaut. Sie hat ebenfalls einen geraden Klingenrücken und die primäre Spitze ist auf der Höhe des Klingenrückens.
Der Unterschied besteht nun darin , dass die amerikanische Tanto-Klinge kein Bauch, sondern 2 gerade Schneiden und eine sekundäre Spitze am Schnittpunkt dieser beiden Schneiden hat. Hierbei ist es normalerweise so, dass die kurze Schneide einen Flachschliff aufweisst und die lange Schneide einen Hohlschliff.
Sheepfoot Klinge
Die Schaffuss-Klinge hat eine absolut gerade Schneide, ohne jeglichen Bauch. Die Spitze ist bis auf die Schneideebene heruntergezogen, womit der durchzuführende Schnitt absolut kontrolierbar ist. Anwendung findet die Scharffuss-Klinge bei Seglermessern oder Rettungstools.
Up Swept Point Klinge
Die Up-Swept-Point-Klinge zeichnet sich dadurch aus, dass die Spitze höher als der Klingenrücken ist, wodurch ein sehr langer Bauch entsteht. Diese Klingenform eignet sich neben der Swept-Point-Klinge besonders gut zum häuten.
Recurve Klinge
Die Recurve-Klinge zeichnet sich durch einen konkaver Bogen in der Schneide aus. Dies ist besonders gut, um in rundes Schneidegut einzudringen. In dem Beispiel unten ist eine Recurve-Klinge mit einer Drop-Point-Klinge kombiniert. Ein großer Nachteil der Recurve-Schneide ist es, dass sie nicht auf einem normalen Schleifstein geschärft werden kann.
Hohlkehle (Blutrinne)
Die sogenannte Hohlkehle ist eine rinnenförmige Vertiefung im oberen Bereich der Klinge, die im Besonderen bei Jagdmessern Anwendung findet. Sie wird zum Einen als Verzierungselement eingesetzt und zum Anderen um die Klinge leichter und damit kontrolierbarer zu machen. Hier ist eine Hohlkehle in Verbindung mit einer Clippointklinge zu sehen.

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